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Eine Kirche wird zur Moschee

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Zum ersten Mal wird in Deutschland eine Kirche in eine Moschee umgewandelt. Die Kapernaumkirche soll zur Masjid Al-Nour Moschee werden. Wie kam es dazu? Welche Erinnerungen verknüpft die ehemalige Gemeinde mit diesem Gebäude? Und wer sind die Muslime, die jetzt die Kirche in eine Moschee umwandeln?

Der ehemalige Pastor der Kapernaumkirche Wolfgang Weißbach und ein ehemaliger Kirchenvorstand erzählen von ihrer Zeit in der Kapernaumkirche. Die letzte Pastorin der evangelischen-lutherischen Kapernaumkirche Susanne Juhl erzählt, wie schwer ihr die Übergabe gefallen ist. Sie und die Nachbarn im Seniorenwohnheim sind dennoch guten Mutes. Warum?

Dazu müssen wir die Islamische Al-Nour-Gemeinde kennenlernen, welche die Kapernaum Kirche in eine Moschee umbauen lässt.

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Nachdem die Kriegstrümmer weitgehend beseitigt und viele Arbeiterwohnblöcke fertiggestellt sind, werden auch wieder neue Kirchen gebaut. Kein Gemeindemitglied sollte weiter als 500 Meter zur nächsten Kirche laufen müssen. Das war der Anspruch der Evangelischen Kirche damals. So wurden im Kirchenkreis Hamburg-Ost 151 Kirchen gebaut, 75 davon ab dem Jahr 1952. Im Hamburger Stadtteil Horn wurden im Umkreis von wenigen hundert Metern 1957 zunächst die Philippus Kirche, 1958 die Nathanael Kirche und im Dezember 1961 die Kapernaumkirche eingeweiht.


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Hier soll die neue evangelisch-lutherische Kapernaumkirche gebaut werden. Auf der Bauchfläche direkt gegenüber der Horner Pferderennbahn standen vorher noch Baracken und Schrebergärten. Die neueren Gebäude in direkter Nachbarschaft zur Baufläche werden gerade fertiggestellt.

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Architekt Otto Kindt konzipierte den Bau der Kapernaumkirche. Zuvor wurden bereits zwischen 1953-1957 die Thomas-Kirche in Hamburg-Rothenburgsort und 1956 die Osterkirche in Neuengörs nach seinen Plänen gebaut. Mit ihren rechteckigen und dreieckigen Formen aus Beton und Ziegelsteinen korrespondiert die Kirche mit den Häusern in ihrer Umgebung. Das Kupferdach und der getrennt stehende 44 Meter hohe Kirchturm überragt die Umgebung und unterstreicht damit die Präsenz der Kirche in dem Stadtteil.

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Jede Kirche bekommt eigene Glocken, durch die sie ihren Charakter erhält. So auch die Kapernaumkirche. 1963 wurden die Glocken geliefert und feierlich eingeweiht. Allerdings durften die Glocken in den letzten Jahren der Kapernaumkirche nur noch wenige Minuten läuten, da die Schwingungen den Kirchturm in Mitleidenschaft gezogen hatten. Nach der Entwidmung der Kapernaumkirche wurden die Glocken entfernt. Heute läuten die Kirchenglocken der Kapernaumkiche in der evangelisch-lutherischen St. Ansgarkirche in Hamburg-Langenhorn. 

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Mehr als 40 Jahre erklang die Orgel aus der Werkstatt von Alfred Führer in der Kapernaumkirche. Nach der Entwidmung der Kirche fand auch die Orgel eine neue Heimat und erklingt nun wieder in der evangelisch-methodistischen Christuskirche im Nachbarstadtteil Hamburg-Hamm.

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Die besondere Akustik ermöglichte es dem Pastor sich ohne ein Mikrofon bis in die letzten Reihen des Raums verständlich zu machen, ohne laut werden zu müssen. Durch die rautenförmigen Ziegelstein-Muster, die zwischen den Betonpfeilern verbaut wurden, wird der Schall reflektiert. Die farbige Glasmosaikfront hinter dem Altar, von Claus Wallner konzipiert,  durchflutete das Kirchenschiff mit warmem Licht.

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Pastor Wolfgang Weißbach

Ehemaliger Pastor der Kapernaumkirche

Von seinem ersten Pastorengehalt kaufte er der Jugend-Beat-Band der Gemeinde die Tonausrüstung. Später hat er sich dann auch um die harten Jungs, wie Rocker und Biker, gekümmert, die sich ihm auch anvertrauten. Zu einigen hat er heute noch Kontakt und trifft sie manchmal. 

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Amtseinführung von Pastor Wolfgang Weißbach

Kapernaumkirche Hamburg-Horn

Er war erst 28 Jahre alt, da entsandte ihn Hamburgs damaliger Bischof Hans-Otto Wölber an die Kapernaumkirche nach Hamburg-Horn. Von 1966 bis 1967 war er Hilfspastor. Ein Jahr später wurde er als Pastor auf Lebenszeit eingestellt und mit der Beatband wurde die Kapernaumkirche bundesweit bekannt. 

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"Beaten und Beten"

Beat gottesdienst mit pastor wolfgang wei%c3%9fbach
Die Beatband von Pastor Wolfgang Weißbach
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Als Hamburgs Bischof Hans-Otto Wölber Mitte der 1960er Jahre den 28-jährigen Hilfsprediger zum "Üben" zur Kapernaumkirche in Hamburg Horn schickte, konnte er nicht wissen, was für eine ungewöhnliche Geschichte aus dieser Entscheidung folgen sollte. Es war die Zeit des Rock'n'Rolls; Auf- und Wiederstand lagen in der Luft. Die Jugendlichen wollten sich vom Mief der Eltern befreien und suchten nach Abgrenzung. In der Gemeinde von Pastor Wolfgang Weißbach fanden sie die Möglichkeit Religion und ihre Lebensart zu vereinen. "Beaten und Beten" hieß das damals. Bischof Hans-Otto Wölber war es recht, dass Pastor Wolfgang Weißbach die außer Kontrolle geratenen Jugendlichen halbwegs in den Griff bekam. Nach und nach sprach sich der ungewöhnliche Beatgottesdienst herum.

Die "Katzenmusik" der "Langhaaraffen"

Aber nicht alle wollten dem Tabubruch tatenlos zusehen. Eine Gruppe von "anständigen Hornern" wollte mit einer Unterschriftenaktion die "Katzenmusik" der "Langhaaraffen" verbieten und Pastor Weißbach abberufen lassen. Bischof Hans-Otto Wölber ließ sich nicht beirren und ließ Anwaltskosten wegen der zahlreichen Anzeigen, unter anderem wegen Lärmbelästigung, begleichen.

Harte Jungs treffen auf anständige Bürger

Pastor Wolfgang Weißbachs Motto war: "Alle Menschen wollen liebgehabt werden". Besonders kümmerte er sich um Jugendliche, bot ihnen Unterkunft, wenn sie mal wieder aus dem Jugendheim abgehauen waren. Später kamen Rocker hinzu. Die tranken und randalierten auch schon mal, aber mit der Zeit konnte Pastor Weißbach ihr Vertrauen gewinnen und wurde der "Rocker Pastor Weißbach".  Wiederholt kam es zu komplizierten Situationen, wenn die evangelisch-lutherische Gemeinde in Horn auf die Rocker traf, erinnert sich Pastor Weißbach. Aber alle Schäfchen unter einem Dach zu vereinen, war seine große Herausforderung und das scheint ihm gelungen zu sein. Gelegentlich trifft der 75-jährige Zwickauer heute noch, sowohl manche seiner Rocker also auch die "normalen" Gemeindemitglieder. Wenn er zurückschaut, gibt er zu, dass es manchmal ganz schön wild zu ging, aber im Großen und Ganzen blickt er mit viel Dankbarkeit auf die Jahre zurück, in denen er wirklich etwas bewegen und in die Herzen seiner Gemeindeglieder dringen konnte.


Beat gottesdienst mit pastor wolfgang wei%c3%9fbach
Die Beatband von Pastor Wolfgang Weißbach
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Der Beat-Gottesdienst 1967 im Fernsehen

Ein ökumenischen Jugendgottesdienst am Reformationstag 31.10.1967

Der Beatgottesdienst von Pastor Wolfgang Weißbach fand bundesweit Aufmerksamkeit, als sogar das Fernsehen vorbeikam und am 31. Oktober 1967 einen Beitrag über einen ökumenischen Jugendgottesdienst zum Reformationstag produzierte.

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Nach den Jahren mit dem Beatgottesdienst und nachdem Pastor Weißbach nach Bargteheite (bei Hamburg) berufen wurde, gab es wieder den gängigen evangelisch-lutherischen Gottesdienst in der Kapernaumkirche. Mit dem Anstieg der Gemeindearbeit wurde ein neues Gemeindehaus errichtet, indem beispielsweise der Konfirmationsunterricht stattfand. Sowohl an den christlichen Feiertagen  Weihnachten und Ostern als auch zu Hochzeiten und Trauerfeiern waren die Gottesdienste gut besucht.

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Heinz-Jürgen Kammeyer über seinen schönsten Augenblick in der Kapernaumkirche

Ehemaliges Vorstandsmitglied der Kapernaumkirche

Bereits als kleiner Junge hatte er rund um das Gelände, wo später die Kapernaumkirche entstehen sollte, gespielt. Er wurde dort konfirmiert, hat dort geheiratet und er war für einige Jahre im Kirchenvorstand der Kapernaumkirche. Heinz-Jürgen Kammeyer bedauert den Verlust der Kapernaumkirche - hat aber auch Mitgefühl für die Bedürfnisse der arabisch-muslimischen Al-Nour Gemeinde.

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Die Hochzeit von Heinz-Jürgen Kammeyer

Ehemaliger Kirchenvorstand der Kapernaumkirche

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Heinz-Jürgen Kammeyer

Ehemaliges Mitglied des Kirchenvorstands der Kapernaumkirche

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Der demografische Wandel in den 1980er Jahren führte dazu, dass die Zahl der Gemeindeglieder der Kapernaumkirche stetig sank. Die Kinder waren erwachsen geworden und zogen in andere Stadtteile, die Alten wurden weniger. Hinzu kamen neue Nachbarn aus der Türkei, Griechenland oder Italien. Der Stadtteil veränderte sich.

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Pastorin Susanne Juhl

über den letzten christlichen Gottesdienst in der Kapernaumkirche

"Wir haben den letzten Gottesdienst ruhiger angehen lassen, weil wir natürlich auch traurig waren, die Kapernaumkirche aufgeben zu müssen. Das ist einfach nicht schön. Wir haben dann die liturgischen Gegenstände aus der Kirche entfernt und sie gemeinsam mit dem Kirchenvorstand in die Martinskirche getragen."

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Seit dem Jahr 2003 stand die Kapernaumkirche leer. Ihre Sanierung sollte mehr als 1,5 Millionen Euro kosten. Doch die evangelisch-lutherische Gemeinde konnte die laufenden Kosten für fünf evangelische Kirchen in Hamburg-Horn nicht länger tragen. Das bedeutete das Aus für die Kapernaumkirche. Die Folge war die Entwidmung und der Verkauf an einen Immobilienmakler.

Kein Einzelfall: In Hamburg wurde zum Beispiel die Bugenhagenkirche 2004 geschlossen und als Kultur-Bühne genutzt. Auch die Heiligengeistkirche und  Rimbert-Kirche wurden 2005 entwidmet und 2008 sogar abgerissen. Auch die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, wird seit 2005 nicht mehr für evangelisch-lutherische Gottesdienste genutzt, ebenso wenig wie die Johanneskirche und St.-Marien-Kapelle, die 2011 entwidmet wurden. Die Bethlehem-Kirche wurde 2005 entwidmet und der Umbau zur Kindertagesstätte ist geplant. Die Simeonkirche wurde 2003 verkauft und wird heute als griechisch-orthodoxe Kirche des heiligen Nikolaus genutzt. Die Nathanaelkirche wird seit 2005 von der Gemeinde afrikanischer Christen genutzt und die Gnadenkirche wurde 2004 verkauft und wird seit 2007 von der russisch-orthodoxen Kirche genutzt.

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Ursprünglich hatten drei Investoren geplant auf dem Gemeindegelände Mietwohnungen und ein Seniorenzentrum zu bauen und die Kirche stehen zu lassen. Das Gemeindehaus, zwei Pastorate und die Kita sollten dafür abgerissen und die Kita in die Kirche verlegt werden. Eine Hälfte des Gebäudes sollte in eine überdachte Freifläche umgewandelt werden und in der anderen Hälfte wäre eine Sakralnische für Andachten und Taufen entstanden. Wegen Vorgaben des Denkmalschutzamtes konnten diese Pläne nicht umgestzt werden. Zum Schluss blieb dem Eigentümer keine andere Wahl, als das Gebäudes auf dem Immobilienmarkt anzubieten.

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Pastorin Susanne Juhl

Kirchengemeinderatsvorsitzende Hamburg-Ost

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Daniel Abdin

Vorstandsvorsitzender Islamisches Zentrum "Al-Nour"

Nachdem der Eigentümer der Immobilie zehn Jahre lang keine Verwendung für das Gebäude fand, bot er es im Internet zum Verkauf an. Der Vorsitzende des Islamischen Zentrums Al-Nour e.V. Daniel Abdin wurde dort auf das Angebot aufmerksam. Der libanesische Kaufmann und Sozialarbeiter war bereits seit mehr als acht Jahren auf der Suche nach einem angemessenen Ort für seine Gemeinde, die schon seit mehr als 20 Jahren in einer Tiefgarage in Hamburg-St. Georg ihren Gottesdienst verrichtet. Ihm und seiner Gemeinde wäre der Neubau einer Moschee lieber gewesen, aber er sah auch die Chance, die sich bot.

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Kreuz wurde durch den arabischen Schriftzug Allah ersetzt

Allah wird von arabischen Christen als Begriff für Gott verwendet

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1993 wurde die Gemeinde als eine von dutzenden Moscheen am Steindamm in Hamburg-St.Georg gegründet. Alleine in diesem Gebäude befinden sich neben der Al-Nour Moschee noch die Mosche der Albaner und die der Pakistanis. Neben den libanesischen Gründungsmitgliedern gehören vor allem Araber aus dem Nahen Osten und Nordafrika zur Gemeinde; Aber auch Muslime aus der Türkei, der Sahelzone oder Zentralasien, wie Afghanisten oder Pakistan und Indonesien sowie Konvertiten. Auch Schiiten aus dem Libanon, Irak oder Iran beten in dieser Tiefgaragen-Moschee. Die Gemeinde bietet allen Muslimen ein vielseitiges Programm und Gäste dürfen an Führungen oder Vorträgen teilnehmen. Als Mitglied der SCHURA, dem Rat der Islamischen Gemeinden in Hamburg, ist die Al-Nour Gemeinde mit den übrigen muslimischen Gemeinden vernetzt und steht im Dialog mit den Vertretern der Stadt Hamburg. Der Gemeindevorstand bemüht sich mit Transparenz und Offenheit den interreligiösen Dialog mit der evangelischen und katholischen Kirche sowie mit der jüdischen Gemeinde in Hamburg auszubauen. Um den Dialog weiter zu fördern und Fehldeutungen entgegenzutreten, wurde eine Handreichung "Einblicke in den Islam" in deutscher Sprache erarbeitet und veröffentlicht.

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Gottesdienst in der Tiefgaragen-Moschee

Islamisches Zentrum - Masjid Al-Nour

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Ende des Fastenmonats Ramadan

3.500 Muslime zelebrieren das Festtagsgebet Eid al-Fitr

Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mond. Mit der Sichtung des Neumondes am letzten Tag des Fastenmonats Ramadan beginnt das Ramadanfest. Für das Festtagsgebet muss dann die Event- und Sporthalle in Alsterdorf angemietet werden. Auch zum Opferfest füllt sich die Halle bis auf den letzten Platz.

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Moscheen und Gebetsräume in Hamburg

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Zusammenfassung der Studie von Marion Koch und Joachim Reinig

Die Untersuchung von Gebetsräumen und Moscheen in Hamburg wurde im Auftrag der drei Islamischen Religionsgemeinschaften SCHURA, DITIB und VIKZ im Zeitraum von Januar bis März 2013 durchgeführt. Es wurden 42 Moscheegemeinden befragt, in deren Räumen täglich gebetet wird. Die Gespräche vor Ort mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machten deutlich, dass fast jede Moschee einen großen Bedarf an zusätzlichem Raum hat.

Bedürfnisse der Gemeinden

Zum einen für eine würdevolle Ausführung des Freitagsgebets: Fast alle Moscheen können ihre Gläubigen zum Freitagsgebet nicht in ihren Räumlichkeiten aufnehmen. Die jungen islamischen Gemeinden haben insgesamt zum Freitagsgebet etwa so viele Besucher wie die christlichen Kirchen zum sonntäglichen Gottesdienst. Die Räume sind mehrfach überbelegt und die Gläubigen beten auch auf Fluren, in Kellern, Höfen und Vorgärten. Zum anderen für die Kinder- und Jugendarbeit, die weit über den Koranunterricht hinausgeht. Hier ist der Raummangel evident.

Gesellschaftliche Aufgabe der Moschee-Gemeinden

Die Moscheegemeinden übernehmen hier Verantwortung bei der Integration in das gesellschaftliche Leben in Hamburg, indem sie Jugendlichen ein religiöses, kulturelles und soziales Zuhause geben und ihnen beratend in allen Lebensfragen zur Seite stehen. Die Arbeit in den Moscheegemeinden wird fast durchgängig ehrenamtlich mit großem Engagement ausgeführt. Moscheen gelten vielerorts als Räume für Männer. Außerhalb des Freitagsgebetes werden jedoch auch die Muslima angesprochen. Viele Moscheen haben eigene Frauenvorstände und eine selbstständige Frauenarbeit. In der Kinder- und Jugendarbeit sind in vielen Gemeinden die Mädchen und jungen Frauen in der Überzahl. Über die Arbeit innerhalb ihrer Gemeinde hinaus engagieren sich zahlreiche Moscheen in Stadtteilbeiräten, interreligiösem Dialog und zum Beispiel bei Stadtteilbasaren und Straßenfesten. Die Moscheen sind mit ihren vielfältigen Aufgaben und Angeboten Teil der gesellschaftlichen Realität der Stadt Hamburg geworden, was jedoch in der Öffentlichkeit nicht in dieser Deutlichkeit wahrgenommen wird.

Fehlende Wahrnehmung

Sie sind kein Gegenstand von Stadt- oder Standortplanung und ihre baulichen Zustände sind diskriminierend, auch wenn der Brandschutz überwiegend erfüllt ist und die meisten Moscheen auf dem jetzigen Stand planungsrechtlich zulässig sind. Veränderungswünsche scheitern jedoch am Planrecht, fehlendem Zugang zu Ansprechpartnern in Politik und Verwaltung und manchmal auch an fehlenden finanziellen Möglichkeiten. Die Untersuchung stellt die innere und stadträumliche Situation der Moscheen dar, die Arbeitsschwerpunkte und baulichen Wünsche der Gemeinden. Sie wird ergänzt durch Portraits der Ansprechpartner und ihren jeweils ganz persönlichen Wünschen für die Gemeinde. Abschließend werden Hinweise gegeben zu den baulich größten Missständen und Notwendigkeiten sowie zur Entwicklung neuer Standorte für Moscheen in Hamburg.

Hier finden Sie die Studie online: http://plan-r.net/files/Moscheen-und-Gebetsraeume-in-Hamburg.pdf





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Sheikh Samir Al-Rajab

Imam der Al-Nour Gemeinde

Sheikh Samir ist Absolvent der theologischen Fakultät Az-Zahar in Beirut. Als er damals in die Tiefgaragenmoschee geführt wurde, entsprach die Moschee nicht ganz seiner Vorstellung von einer Moschee und schon gar nicht in Deutschland.

"Als ich nach Deutschland kam, war es ein Schock. Ich dachte, ich käme nach Deutschland, einem fortschrittlichen schönen Land. Deutschland ist im Libanon und in der Welt bekannt für seinen hohen Entwicklungsstand. Doch es war Winter, es war dunkel, die Bäume waren kahl, alles war grau in grau. Und dann zeigte man mir die Moschee, die zu allem Übel auch noch in einer Tiefgarage war. Eine Moschee unter der Erde? Da wollte ich direkt wieder zurück. Doch Menschen, die bereits länger hier integriert waren, rieten mir zu bleiben."

"Wir haben eine große Verantwortung und unsere Aufgabe wächst mit der neuen Moschee Masjid Al-Nour, denn erst dann können wir richtig mit unserer Arbeit beginnen und unserer Verantwortung gerecht werden"

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Camal über den Islam und das Leben der Gemeinde

Einblicke in islamisches Leben

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7. Kapitel - Interreligiöser Dialog
Pater Richard Nennstiel und Pastor Axel Matyba sind zu Gast bei Imam Sheikh Samir Al-Rajab.




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Pater Richard Nennstiel

Beauftragter für christlich-islamische Geschichte und Islam des Erzbistums Hamburg (Katholische Kirche)

Pater Nennstiel leitet das "Dominikanische Institut für christlich-islamische Geschichte". Was sind die größten Herrausforderungen des interreligiösen Dialogs?

"Die Geschichte zeigt, dass es immer wieder Zeiten der Konfrontation, aber auch der Verständigung gab. Dabei muss berücksichtigt werden, dass immer wieder machtpolitische Interessen auf beiden Seiten den Prozess des Dialoges förderten, aber auch einschränkten."  (Dominkanisches Institut)

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Pastor Axel Matyba

Referent und Beauftragter der Nordkirche für Christlich-Islamischen Dialog

Er setzt sich für einen aktiven Dialog mit den muslimischen Gemeinden ein und beschreibt den Austausch, den er mit der Al-Nour Gemeinde hat.

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Im Jahr 2014 bekommen die Beteiligten als Anerkennung für die gemeinsamen ehrenamtlichen Leistungen bei Integrationsarbeit, Toleranzförderung und Friedensstiftung den Sozialpreis der Diakoniestation Hamburg-Langenhorn. Zudem erhalten sie den Sonderpreis der Gemeindeaktion 2015 des evangelischen Magazins Chrismon.

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Die Diakonie Langenhorn und das evangelische Monatsmagazin "chrismon" stifteten die Preise für das soziale und interreligiöse Miteinander.

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Über die ehemalige Kapernaumkirche und zukünftige neue Masjid Al-Nour.

Vorstandsvorsitzender der Al-Nour Gemeinde und der SCHURA Hamburg

Seit mehr als 15 Jahren ist Daniel Abdin ehrenamtlich im islamischen Zentrum Al-Nour e.V. tätig und seit zehn Jahren Vorsitzender der SCHURA Hamburg. Er ist Mitglied des Bezirksintegrationsbeirats Hamburg-Mitte, des Begleitausschusses Hamburg-Mümmelmannsberg und ist im Beirat der Hamburger-Sparkassen-Stiftung. Als Vorsitzender der SCHURA, dem Rat der Muslimischen Vereine in Hamburg, verhandelte er den Staatsvertrag mit der Stadt Hamburg und unterzeichnete ihn. Als Vorstandsvorsitzender der Al-Nour Gemeinde hat er den Kauf der ehemaligen Kapernaumkirche in Hamburg Horn und den Nachbarschaftsdialog initiiert. Der Kaufmann und Sozialarbeiter ist für seine Sozial- und Integrationsarbeit bekannt. Außerdem kandidierte er für die SPD in der Bezirksversammlung Hamburg-Wandsbeck.
Wahlflyer von Daniel Abdin für die SPD

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Daniel Abdin führt über die Baustelle der Masjid Al-Nour

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Daniel Abdin emfängt Pastorin Susanne Juhl

Die Al-Nour Gemeinde lädt die evangelische Kirche ein

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Die evangelisch-lutherische  Martinskirche ist die neue Heimat von Pastorin Susanne Juhl und den Gemeindegliedern der ehemaligen Kapernaumkirche.

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Das Elbsound Jazz Orchestra, eine Bigband aus Wedel mit 23 Amateurmusikern aus dem Raum Hamburg, spielt Swing, Jazz, Funk und Soul. Die 20 Musiker im Alter von 20 bis 70 verbindet die Liebe zur Musik.

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Nachdem die zwei Pastorate, der Gemeindesaal und die Kita abgerissen worden waren, ließ ein Investor hier 122 Einzelzimmer, zehn Appartements und drei Doppelzimmer für ein Seniorenwohnheim bauen. Damals gab es noch Pläne für das Kirchenschiff und den Turm der ehemaligen Kapernaumkirche. Nun wird die Kirche mit Hilfe von kuwaitischen und privaten Spenden der Al-Nour Gemeinde saniert und umgebaut. Was sagen die direkten Nachbarn zu der veränderten Situation?

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Frau Schaumburg wohnt im Seniorenzentrum "Kapernaum"

Ihre Wohnnung liegt im Erdgeschoss direkt gegenüber der neuen Moschee

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Frau Müller wohnt im Seniorenzentrum "Kapernaum"

Von ihrem Balkon blickt sie auf das Kupferdach der neuen Moschee

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Multimediale Story von:
http://oezguer.uludag.net

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Übersicht

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Kapitel 1 Eine Kirche wird zur Moschee

Intro

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Inhaltsverzeichnis

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Kapitel 5 Letzter christlicher Gottesdienst in der Kapernaumkirche

Der letzte christliche Gottestdienst

Kapernaum diaserie 064

Abschied von der Kapernaumkirche

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